Lass stecken.

Lass stecken.

Nach wie vor sterben durch Zigarettenrauchen in Deutschland jährlich 127.000 Menschen und es entstehen fast 100 Millionen volkswirschaftliche Kosten durch zum Beispiel Krankenhausaufenthalte wegen raucherspezifischen Erkrankungen. Jede fünfte Neuerkrankung von Krebs ist auf Tabakkonsum zurückzuführen. Neben Zigratten werden auch andere Tabak- oder Nikotinprodukte genutzt wie etwa E-Zigaretten, Shishas, Vapes oder auch Nikotinbeutel.

Unter dem Motto „Lass stecken!“ sind die Angebote des Fachbereichs Suchtprävention gegen Nikotinkonsum zusammengefasst.  

Insgesamt zielt die Präventionsarbeit in Rheinland-Pfalz auf Risikokompetenz ab, sodass Schülerinnen und Schüler und auch andere Gruppen einen gesunden, ausbalancierten Umgang mit Suchtmitteln erlernen. Dazu gehört unter anderem auch die Aufklärung über die Gefahren und Inhaltsstoffe. Grundsätzlich umfasst die Präventionsarbeit jegliche Form des Nikotinkonsums und schließt ebenso E-Zigaretten, Shishas, Vapes, Nikotinbeutel und Co. ein.

"Rauchfreies Auto - auch für mein Kind!"

Herzliche willkommen bei „Lass stecken!“

An Besten schützt du Kinder und alle im Auto fahrenden, indem du auf das Rauchen jeglicher Art im Auto verzichtest. Diese Parkscheibe erinnert dich an Achtsamkeit dir, deinen Mitmenschen und der Umwelt gegenüber und lädt dich ein, dein Auto rauchfrei zu nutzen.

Bist du dabei? Unterstützt du mit uns die Aktion rauchfreies Auto, besonders im Sinne der Kinder?

Begleitung, wenn du mit dem Rauchen aufhören möchtest, findest du hier: https://suchtpraevention.rlp.de/hilfe-und-beratung/

 

Was geschieht, wenn im Auto geraucht wird?

Neben der Ablenkung im Straßenverkehr und der Umweltverschmutzung durch nicht fachgerechte Entsorgung wirkt aktives und passives Rauchen erheblich auf die Gesundheit aller. Passivrauchen kann zu Krebserkrankungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Schlaganfall, chronischen Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und Asthma führen. Bei Kindern kann Passivrauchen zusätzlich Infektionen der unteren Atemwege, Mittelohrentzündungen, Asthma sowie den plötzlichen Kindstod auslösen. Genau wie bei Ungeborenen, die ebenso ein erhöhtes Risiko für ein niedriges Geburtengewicht bei Passivrauchen haben (1). Die Schadstoffbelastung durch Rauchen in Innenräumen ist höher, je kleiner der Raum ist. Bereits das Rauchen von einer einzigen Zigarette im Auto führt in wenigen Minuten zu einer vielfach höheren Passivrauchbelastung, als in einer Gaststätte, in der Rauchen erlaubt ist (2). Außerdem kann sich Tabakrauch auf Oberflächen wie Wänden, Möbeln oder Kleidung und so auch im Auto ablagern und auch nach dem Lüften potenziell gesundheitsgefährdende Chemikalien enthalten (3). Aus der bundeweiten Befragung der Klassen 5-10 an Schulen 2024/25 und den Hochrechnungen daraus sind bundesweit eine dreiviertel Millionen Heranwachsende im Alter von 9-17 Jahren „oft“ bzw. „sehr oft“ Passivrauch im Auto ausgesetzt (4). Besonders chronisches Passivrauchen kann die Gesundheit insbesondere von Minderjährigen massiv schädigen (2). Während e-Zigaretten durch ihren dichten Nebel zu Sichteinschränkungen im Straßenverkehr führen können, ist die Schadstoffbelastung beim Konsum etwas geringer. Dennoch entstehen dabei gesundheitsgefährdende Stoffe wie Propylenglykol (2). Neben den genannten Effekten kann sich ein passiver oder aktiver Cannabiskonsum bei Heranwachsenden im Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter enorm auf die neurobiologischen Prozesse im Gehirn auswirken. Junge Cannabis-Konsumierende sind daher anfälliger für die Entwicklung einer Abhängigkeit und anderer psychischer Erkrankungen (5).




Quellen:

  • Carreras G, et al. (2019): Prev Med; 129: 105833.
  • Jazbinsek, D., Steimle, L. und Stöver, H. (2023): Rauchverbot im Auto: Effektiver Jugendschutz oder bloße Symbolpolitik? In: akzept e.V. (Hrsg.), 10. alternativer Drogen- und Suchtbericht 2023, Lengerich: Pabst Science Publisher, S. 68-80.
  • Bahl V, et al.(2016): Toxicol In Vitro; 32: 220–31.
  • Hanewinkel R., Hansen J. (2026): Exposure of children and adolescents to passive smoking in cars: A school survey in 14 German federal states. Dtsch Arztebl Int; 123: 61–2. DOI: 10.3238/arztebl.m2025.0197
  • Jarczok, T.A., Hasan, A., Unterlaß, G. (2025): Cannabiskonsum und Cannabis-assoziierte psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Kinder-und Jugendmedizin25(01), 50-57.

Regionale Angebote zum Thema Prävention des Nikotinkonsums und anderen Themen können über die jeweiligen RAKs angefragt werden.     

Der Fachbereich Suchtprävention unterstützt  Multiplikatorinnen und Multiplikatoren beratend in ihrer fachlichen Arbeit und begleitet außerdem den europäischen Schulwettbewerb „Be Smart – Don’t Start“ für Rheinland-Pfalz.

Der Nichtraucher-Wettbewerb richtet sich in jedem Jahr an die Klassenstufen 6 – 8 aller Schulformen. Er hat folgende Ziele:

Die weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz erhalten jeweils nach den Sommerferien die Informationen zum Wettbewerb und die Möglichkeit zur Anmeldung.

Ansprechpartnerin

Jana Jungkenn

Jana Jungkenn