RAK
01.04.2026 09:00 – 28.11.2026 17:00
Niko Blug
Regionale Diakonie Rheinhessen
Jugendhaus Oppenheim
Für die Verbandsgemeinden Rhein-Selz und Bodenheim
Rheinstraße 43
55276 Oppenheim
Das Angebot ist ein Kooperationsprojekt des Evangelischen Dekanats (Jugendhaus Oppenheim), der Regionale Diakonie Rheinhessen (Fachstelle Suchtprävention und Mobile Jugendarbeit Mittleres-Selztal) und der VG Bodenheim (Jugendbüro). Es verbindet Erlbenispädagogische Arbeit auf praktische Art und weise mit (inhaltlichen) Suchtpräventiven Ansätzen. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche zwischen 12 - 16 Jahren aus den Verbandsgemeinden Bodenheim und Rhein-Selz.
Kurzbeschreibung des Angebotes
„Die Möglichkeit gemeinsam zu klettern, gemeinsam über Grenzen hinauszugehen, sich zu motivieren und sich gegenseitig zu sichern tut einfach gut.“
Bei unserem Angebot handelt es sich um eine universelle präventive Intervention / Primärprävention. Im Laufe des Jahres bieten wir in unterschiedlichen Settings Klettererlebnisse für jungen Menschen in unserer Region an:
- Tagesveranstaltungen am Wochenende
- Je eine zweitägige Veranstaltung in den Oster- und Herbstferien
- Abenteuerfreizeit "Into the Wild" in den Sommerferien
Die Teilnehmenden können wiederkehrend oder nur für einzelne Veranstaltungen teilnehmen. Die jeweilige Anmeldung erfolgt online. Für die Teilnahme an der Abenteuerfreizeit "Into the Wild" ist die Teilnahme an einem Vortreffen inkl. Erziehungsberechtigter verpflichtend.
Unsere Angebote sind, so weit möglich inklusiv ausgelegt und somit auch für Jugendliche mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen geeignet.
Inhaltlich orientieren wir uns an erlebnispädagogischen & suchtpräventiven Konzepten wie zum Beispiel “risflecting®”. Diese Konzept bietet die suchtpräventive/ risikopädagogischen Basis, auf deren Grundlage ein Transfer zu unterschiedlichen Themen der Suchtprävention ermöglicht wird (Cannabis, Alkohol, E-Zigaretten…).
Sämtliche Aktionen werden begleitet von 2 - 3 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der Jugendarbeit und Suchtprävention. (Qualifikationen: Diplom Pädagoge & DAV Klettertrainer / Diplom Sozialpädagog*innen mit Zusatzqualifikationen (risflecting & Wildnis-Pädagogik) / Fachkraft Diversität & Inklusion (M.A.).
Öffentlich begleitet und Dokumentiert wird das Angebot durch Pressearbeit und Social Media (Instagram & Facebook).
Hintergrund & Zielsetzung
Klettern kann in der Jugendarbeit aus mehreren Gründen suchtpräventiv wirken:
Förderung des Risikobewustseins: Klettern ohne Vorbereitung, Teamwork und Reflexion ist gefährlich. Dies gilt es zu vermeiden, ohne jedoch alle Risiken ausschließen zu können, sondern die „Gefahren“ bewusst und in Begleitung zu minimieren. So entsteht ein Gefühl für Risiko und Gefahr. Es entsteht ein „Übungsraum“, der Platz für Erfahrung und Lernen bietet. All diese Themenfelder werden spielerisch eingeübt und bilden die Grundlage für erfolgreiche „Kletterabenteuer“. Somit werden drei für die Suchtprävention wichtige Kulturtechniken nach dem risflecting®-Konzept eingeübt: Break - Relate - Reflect und durch den Transfer in Alltagssituationen auch mit Konsummitteln begreifbar gemacht.
Förderung von Selbstbewusstsein und Erfolgserlebnissen: Klettern bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, persönliche Ziele zu setzen und diese durch eigene Anstrengung zu erreichen. Der Erfolg beim Überwinden von Herausforderungen fördert das Selbstbewusstsein und stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit, was in vielen Fällen als Schutzfaktor gegen den Rückgriff auf Suchtmittel dient.
Stärkung der sozialen Bindungen: Klettern wird häufig in Gruppen oder mit Partnern praktiziert, wodurch soziale Interaktionen gefördert werden. Gemeinsame Erlebnisse und das gegenseitige Unterstützen beim Klettern stärken die sozialen Bindungen und können den Jugendlichen helfen, ein positives soziales Netzwerk aufzubauen – ein wichtiger Schutzfaktor gegen Isolation und die Suche nach Ersatzbefriedigungen in Form von Drogen oder Alkohol.
Gesunde Stressbewältigung: Klettern erfordert Konzentration, Körperbeherrschung und das Überwinden von Ängsten. Dies hilft den Jugendlichen, gesunde Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln, anstatt auf Suchtmittel zurückzugreifen, um mit Druck und negativen Emotionen umzugehen.
Vermeidung von schädlichem Risikoverhalten: Klettern ist eine sportliche Aktivität, die sowohl körperliche als auch geistige Herausforderungen bietet und somit eine gesunde Beschäftigung darstellt. Durch regelmäßige Teilnahme an solchen Aktivitäten können Jugendliche positive Alternativen zu risikobehaftetem Verhalten finden, das mit Suchtverhalten verbunden ist.
Integration von Vorbildern und Mentoren: In vielen Klettergruppen oder -vereinen gibt es erfahrene Trainer oder Mentoren, die den Jugendlichen nicht nur beim Klettern unterstützen, sondern auch als Vorbilder in Bezug auf gesunde Lebensführung und Verantwortung fungieren können. Diese positiven Einflüsse tragen zur Suchtprävention bei.
Insgesamt fördert Klettern also eine Kombination aus physischen, psychischen und sozialen Fähigkeiten, die den Jugendlichen helfen, gesunde Lebensentscheidungen zu treffen und Suchtverhalten zu vermeiden.
Website: https://diakonie-rheinhessen.de/ich-suche-rat-hilfe/sucht/suchtpraevention
E-Mail: suchtpraevention.rheinhessen@regionale-diakonie.de